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Webereimuseum
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Eine märchenhafte
Entdeckung Gieselwerder. Es gibt Zufälle, die kann man kaum glauben. Im Märchenstraßen-Ort Gieselwerder, der sich vor über 30 Jahren das Schneewittchen und seine Sieben Zwerge als Symbolfigur ausgesucht hat, wurden erstmals handfeste Spuren dieser Figuren gefunden. Experten wollen sie jetzt genauer unter die Lupe nehmen. Bei Aufräumarbeiten im Haus Kleiner Schneider, wo demnächst das Webereimuseum Kircher entsteht, wurde hinter gelockerten Steinen einer Fachwerkwand eine Lehmwand entdeckt, in der ungewöhnliche Gegenstände steckten. Unter den Augen des Notars Heinrich A. Dilcher (Hofgeismar) legten Literaturarchäologe Bertram Kircher und Ortsvorsteherin Hildegard Gunkel-Becker sieben kleine und sehr alte Zipfelmützen frei und außerdem Scherben von zerbrochenen Tellerchen. Der Mützenstoff mit seinen Schweißringen soll nun untersucht werden und der Keramiker Hans U. Geß (Helmarshausen) will das Alter der Scherben bestimmen. Bürgermeister begeistertBürgermeister Rüdiger Henne, rasch ins Vertrauen gezogen, war begeistert: „Ich habe schon immer gewusst, dass der Beitritt zur Märchenstraße damals die richtige Entscheidung war“. Bertram Kircher, von Beruf Literaturausgräber, schwärmt seit der vergangenen Woche vom endlich gefundenen Beweisstück. Dazu passe, dass das Haus in der Ortsmitte Gieselwerders ein seltsames Zwischengeschoss mit sehr niedriger Decke besitze. Dort sei sicherlich die Schlafkammer der Zwerge gewesen, erklärte Kircher. Kircher und seine Frau Nora betreiben die Forschung unter anderem im Bereich Literatur beruflich. Ganz ernsthaft haben sie zum Beispiel 1990 bei Recherchen zu einem Buch über die Bremer Stadtmusikanten entdeckt, wo diese wirklich herkamen und wo das Räuberhaus tatsächlich stand. Eine wunderbare Geschichte Der Mützen-Fund soll dies an Wirkung nun noch übertreffen, schwärmt Bertram Kircher und strahlt wie ein erfolgreicher Märchenerzähler. Er hat nämlich Kotakt zu dem Leiter der Märchenenzyklopädie an der Universität Göttingen aufgenommen und der Märchenforscher Professor Hans-Jörg Uthe meinte dazu in einem Telefongespräch: „Das ist eine wunderbare Geschichte. Sie geben damit dem ´Schneewittchen eine neue Heimat.“
Die Fundstelle soll nach eingehenden Untersuchungen am
13. September, dem Tag des offenen Denkmals, mit einem Fest der Öffentlichkeit
präsentiert werden. Dazu wird auch der Landrat Uwe Schmidt erwartet, der (wie
berichtet) vor wenigen Tagen ebenfalls als Märchenerzähler das Publikum
unterhielt.
Sorgt für Aufsehen: Bertram Kircher (von
links) und seine Helfer Hildegard Gunkel-Becker, Schneewittchen-Darstellerin
Mirela Sevenich-Walter und Hans U. Geß vor der Fundstelle mit den Beweisstücken
für das Zwergen-Märchen.
Zwar rühmen sich auch andere Orte (z.B. Alfeld mit seinen sieben Bergen und Bad Wildungen) als Schneewittchens Heimat, doch aus Sicht der Einwohner von Gieselwerder spricht eine ganze Reihe von Tatsachen für den Oberweserort: • Zwei Kilometer von Gieselwerders Ortsmitte gibt es (tatsächlich wissenschaftlich belegt) im Reinhardswald am Oberhang des St. Georgengrundes ein altes Eisenbergwerk, von dem Stollenreste noch erkennbar sind. Indiz eins: Die Sieben Zwerge haben als Bergleute gearbeitet. • Am anderen Weserufer liegt nicht weit entfernt der Ort Polier, einst ein berühmter Ort für die Spiegelproduktion. Indiz zwei: Nur dort kann die bose Stiefkönigin ihren Zauberspiegel gekauft haben. • „Über den Bergen“ steht ein Schloss – die Sababurg. Außerdem gibt es in Kassel, nicht weit entfernt, die Insel Siebenbergen (Indiz drei). • Das gesamte Wesertal ist eine bekannte Apfelanbaugegend. Indiz vier: Schneewittchen wurde von der Hexe mit einem Apfel vergiftet. • Am Schluss des Märchens muss die böse Königin sich in glühenden Eisenschuhen zu Tode tanzen – die Schuhe wurden sicherlich im Eisenhammer im nahen Lippoldsberg hergestellt (Indiz fünf). • Bergleute wurden früher auch Steinschneider genannt. Das Haus des Webereimuseums heißt heute „Haus Kleiner Schneider“. Das kann nur eine Vereinfachung des Namens „Haus der kleinen Steinschneider“ sein. Mit Sicherheit, so folgert Bertram Kircher, haben die Sieben Zwerge also in diesem Haus gelebt (Indiz sechs). (tty) Das ThemaEs ist ein wahrlich märchenhafter PR-Gag, den sich in Gieselwerder die Freunde des Schneewittchens ausgedacht haben, Mit einem Sensationsfund wollen sie der Öffentlichkeit beweisen, daß die Grimmschen Märchenfiguren tatsächlich im Weserort gelebt haben. Und nicht etwa in Alffeld und Bad Wildungen, deren Einwohner ebenfalls behaupten, ihre Orte seien einst Schneewittchens Heimat gewesen.
Augenblick mal Hauptsache klappern Thomas Thiele über neue Marketing-Ideen. Ideen sind gefragt. Neue Ideen, die für Aufsehen und Bewegung sorgen. Wenn sie dann auch noch märchenhaft ausfallen, kann das nicht schaden. Die Nachrichten die jetzt aus Gieselwerder kommen demonstrieren zweierlei: Die Lust am Fabulieren und den Blick für die Realität, daß nämlich klappern zum Handwerk gehört. Die Initiatoren des Weberei-Museums haben schon früh damit angefangen und eine Welle der Euphorie und Unterstützung ausgelöst. Auch in anderen Orten sind touristische Initiativen, die zugleich eine Reise i die eigene Geschichte erlauben, gut angelaufen. Nun ist es wichtig, daß die Flamme am Leben bleibt – und wenn möglich nicht nur weitere Ideen und Helfer mobilisiert, sondern sich auch auf andere Bereiche in unserer Region ausdehnt, die ebenfalls Anfeuerung gebrauchen können, Wirtschaft und Bevölkerungswachstum eingeschlossen. Ein Versuch, und sollte er auch mißlingen, ist besser als gar keine Initiative. Deshalb: Nur Mut. HNA Hofgeismar, 30. Juli 2009 und Sollinger Allgemeine 31. Juli 2009 Mehr und mehr MuseumsdorfNeue Wandteppiche von Ursula Kircher zieren Haus des Gastes und Gemeindehaus Gieselwerder. Im evangelischen Gemeindehaus und im Haus des Gastes verschönern seit ein paar Tagen Wandteppiche der Weberin Ursula Kircher die Wände. Tochter Nora Kircher und ihr Mann Timur B. haben diese Werke als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt. Die Ausstellungen sind Vorboten auf das Weberei-Museum, das das Ehepaar Kircher im 2010 eröffnen wird. Nora Kircher verbrachte ihre Kindheit zum großen Teil in der Webstube ihrer Mutter. Alle ihre Werke habe ihre Mutter ohne Vorlagen, sondern aus dem Kopf heraus geschaffen. Bürgermeister Rüdiger Henne
sagte, dass sich Gieselwerder mehr und mehr zum Museumsdorf entwickelt. Er
erwähnte unter anderem Webereimuseum, Schiffermuseum und Mühlenplatz. (zhb)
HNA Hofgeismar, 17.07.09Schätze aus bunten Fäden
Wandteppiche der Bildweberin Ursula Kircher Gieselwerder. Ein besonderes kulturelles Highlight erwartet Daheimgebliebene und Besucher am 22.Juli 2009 in Gieselwerder. Das neu entstehende Weberei-Museum Kircher präsentiert seine erste Sommer-Ausstellung: Die Wandbehänge und Bildteppiche der Marburger Bildweberin Ursula Kircher.
Die Ausstellung wird an zwei verschiedenen
Orten präsentiert: Ein weiterer Wandteppich „Die vier Jahreszeiten“ wird dann im Herbst, nach Abschluß der Renovierungsarbeiten, die Evangelische Christus-Kirche schmücken. Im Frühjahr 2010 werden auch im Weberei-Museum Kircher Wandbehänge und –teppiche ausgestellt. Weitere Ausstellungsplätze in Gieselwerder können folgen. So wird nach und nach ein ganzes Dorf zum Ausstellungsort für diese wunderbaren Kunstschätze. Und wer den Weg nicht scheut, kann in der Winterkirche im benachbarten Lippoldsberg sieben weitere Wandbehänge von Ursula Kircher bewundern. Diese wurden vor fünf Jahren als Dauerleihgabe des Weberei-Museums Kircher der Evangelischen Pfarrgemeinde Lippoldsberg zur Verfügung gestellt. (eg) HNA Hofgeismar, 11.12.2008, Thomas ThieleWettlauf um die Weberei
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