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Berichte aus dem Museum (bitte anklicken)

Wolle mit Henna färben
am Internationalen Museumstag im Mai 2013

Text: Nora Kircher, Foto: Timur B. Kircher (2), Nora Kircher (2)

Das Wetter kann ja nicht immer gut sein, wenn wir eine Veranstaltung haben, doch es hätte noch schlimmer kommen können. Es regnete nur zwischendurch. So fand die Färbeaktion nicht vor, sondern in dem Tor des Museums statt. Die ersten Besucher kamen schon 15 Minuten vor der Öffnungszeit – auf Grund des Internationalen Museumstags (11 bis 18 Uhr). Sie hatten es in der Zeitung gelesen oder vor ein paar Wochen im Fernsehen gesehen und kamen von weit her, so wie die meisten der über 50 Besucher, die trotz des Wetters und all der anderen Veranstaltungen den Weg zu uns fanden. Abgesehen von einer kurzen Mittagszeit, in der wir Kartoffelsalat mit Frikadellen aßen, hatten wir den ganzen Tag jeweils mehrere Besucher gleichzeitig. Angenehm war, dass individuell geführt und vorgeführt werden konnte. Ich zeigte nicht nur den Färbevorgang, der sich über den ganzen Tag erstreckte, sondern auch das Weben am Webstuhl. Gegessen wurden zwei große Torten und jede Menge Blechkuchen. Die meisten Besucher tranken den typischen marokkanischen Tee dazu. Da wir nun frische, original Nanaminze im Garten haben, war der Tee für alle ein echter Genuss. Erst habe ich die Wolle in Alaun gebeizt, was bedeutet, dass sie in einer Alaunlösung eine Stunde gekocht wird. Dafür kommen je 100 Gramm Wolle etwa 20 Gramm Alaun in das zunächst kalte Wasser. Die Wolle kann Aufkochen gut vertragen, sofern die nicht gerührt wird und nicht schnell in kaltes und anschließend wieder in heißes Wasser getaucht wird. Zum Auskühlen und Ablaufen hatte ich die Wolle auf einen Bock über den Gully gehängt. Ich rührte zwei Esslöffel Hennapulver je 100 Gramm Schafwolle in neues kaltes Wasser ein und verdünnte es soweit, das alle Wollstränge Platz darin fanden.

An jeden Wollstrang hatte ich eine Schnur gebunden, womit ich die Wolle gut transportieren konnte. Sie kam nun in das kalte Wasser. Mit einem riesigen Kochlöffel tauchte ich die Wolle sorgsam ein und stellte den Einkocher wieder an. Nun hieß es warten. Nach etwa 30 Minuten kochte die „Henna-Woll-Suppe“ Ich ließ sie eine Stunde leicht vor sich hinkochen. Ein Besucher fragte beim Hereinkommen, ob wir Tee kochen würden. Ich stutzte, zunächst, musste dann aber zugeben, dass es tatsächlich roch, als würde Schwarztee gekocht. Zum Ende der Färbeaktion kam der große Moment: Die Wollstränge kamen wieder auf den Bock. Nach dem Erkalten wusch ich die Wolle mit klarem, kalten Wasser aus. Da weder Alaun noch Henna giftig sind, bin ich zur Weser gegangen und habe dort die ersten Spülungen durchgeführt. Noch geht es ja! Das Ergebnis ist eine schöne kupferfarbene Wolle, die ich im Herbst verweben werde. An den meisten Sonn- und Feiertagen führe ich im Museum das Weben und Spinnen vor. Schon dafür ist schöne Wolle wichtig. Zum Zeigen hatte ich mit Farbpigmenten aus Marokko kleine Wollstränge gefärbt, über deren bunte Farben viele Besucher staunten. Solche Farben sind mit echten Naturfarben nicht zu erreichen. Das Weberei-Museum ist an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Kontakt außerhalb der Öffnungszeiten: Timur B. Kircher, Tel. 05572-4448
www.weberei-museum-kircher.de


Eine märchenhafte Entdeckung
Aufräumarbeiten im künftigen Webereimuseum haben Zwergen-Spuren zutage gefördert
Von Thomas Thiele

Gieselwerder. Es gibt Zufälle, die kann man kaum glauben. Im Märchenstraßen-Ort Gieselwerder, der sich vor über 30 Jahren das Schneewittchen und seine Sieben Zwerge als Symbolfigur ausgesucht hat, wurden erstmals handfeste Spuren dieser Figuren gefunden. Experten wollen sie jetzt genauer unter die Lupe nehmen.

Bei Aufräumarbeiten im Haus Kleiner Schneider, wo demnächst das Webereimuseum Kircher entsteht, wurde hinter gelockerten Steinen einer Fachwerkwand eine Lehmwand entdeckt, in der ungewöhnliche Gegenstände steckten. Unter den Augen des Notars Heinrich A. Dilcher (Hofgeismar) legten Literaturarchäologe Bertram Kircher und Ortsvorsteherin Hildegard Gunkel-Becker sieben kleine und sehr alte Zipfelmützen frei und außerdem Scherben von zerbrochenen Tellerchen. Der Mützenstoff mit seinen Schweißringen soll nun untersucht werden und der Keramiker Hans U. Geß (Helmarshausen) will das Alter der Scherben bestimmen.

Bürgermeister begeistert

Bürgermeister Rüdiger Henne, rasch ins Vertrauen gezogen, war begeistert: „Ich habe schon immer gewusst, dass der Beitritt zur Märchenstraße damals die richtige Entscheidung war“.

Bertram Kircher, von Beruf Literaturausgräber, schwärmt seit der vergangenen Woche vom endlich gefundenen Beweisstück. Dazu passe, dass das Haus in der Ortsmitte Gieselwerders ein seltsames Zwischengeschoss mit sehr niedriger Decke besitze. Dort sei sicherlich die Schlafkammer der Zwerge gewesen, erklärte Kircher.

Kircher und seine Frau Nora betreiben die Forschung unter anderem im Bereich Literatur beruflich. Ganz ernsthaft haben sie zum Beispiel 1990 bei Recherchen zu einem Buch über die Bremer Stadtmusikanten entdeckt, wo diese wirklich herkamen und wo das Räuberhaus tatsächlich stand.

Eine wunderbare Geschichte

Der Mützen-Fund soll dies an Wirkung nun noch übertreffen, schwärmt Bertram Kircher und strahlt wie ein erfolgreicher Märchenerzähler. Er hat nämlich Kotakt zu dem Leiter der Märchenenzyklopädie an der Universität Göttingen aufgenommen und der Märchenforscher Professor Hans-Jörg Uthe meinte dazu in einem Telefongespräch: „Das ist eine wunderbare Geschichte. Sie geben damit dem ´Schneewittchen eine neue Heimat.“

Die Fundstelle soll nach eingehenden Untersuchungen am 13. September, dem Tag des offenen Denkmals, mit einem Fest der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dazu wird auch der Landrat Uwe Schmidt erwartet, der (wie berichtet) vor wenigen Tagen ebenfalls als Märchenerzähler das Publikum unterhielt.


 

Sorgt für Aufsehen: Bertram Kircher (von links) und seine Helfer Hildegard Gunkel-Becker, Schneewittchen-Darstellerin Mirela Sevenich-Walter und Hans U. Geß vor der Fundstelle mit den Beweisstücken für das Zwergen-Märchen.
Foto: Thomas Thiele



Fakten, die für Schneewittchen sprechen
Seit den 70er Jahren ist das Schneewittchen mit seinen sieben Zwergen die symbolische Märchenfigur für Gieselwerder – so, wie der Gestiefelte Kater für Oedelsheim, das Tapfere Schneiderlein für Lippoldsberg und Dornröschen für Sababurg.

Zwar rühmen sich auch andere Orte (z.B. Alfeld mit seinen sieben Bergen und Bad Wildungen) als Schneewittchens Heimat, doch aus Sicht der Einwohner von Gieselwerder spricht eine ganze Reihe von Tatsachen für den Oberweserort: • Zwei Kilometer von Gieselwerders Ortsmitte gibt es (tatsächlich wissenschaftlich belegt) im Reinhardswald am Oberhang des St. Georgengrundes ein altes Eisenbergwerk, von dem Stollenreste noch erkennbar sind. Indiz eins: Die Sieben Zwerge haben als Bergleute gearbeitet. • Am anderen Weserufer liegt nicht weit entfernt der Ort Polier, einst ein berühmter Ort für die Spiegelproduktion. Indiz zwei: Nur dort kann die bose Stiefkönigin ihren Zauberspiegel gekauft haben. • „Über den Bergen“ steht ein Schloss – die Sababurg. Außerdem gibt es in Kassel, nicht weit entfernt, die Insel Siebenbergen (Indiz drei). • Das gesamte Wesertal ist eine bekannte Apfelanbaugegend. Indiz vier: Schneewittchen wurde von der Hexe mit einem Apfel vergiftet. • Am Schluss des Märchens muss die böse Königin sich in glühenden Eisenschuhen zu Tode tanzen – die Schuhe wurden sicherlich im Eisenhammer im nahen Lippoldsberg hergestellt (Indiz fünf). • Bergleute wurden früher auch Steinschneider genannt. Das Haus des Webereimuseums heißt heute „Haus Kleiner Schneider“. Das kann nur eine Vereinfachung des Namens „Haus der kleinen Steinschneider“ sein. Mit Sicherheit, so folgert Bertram Kircher, haben die Sieben Zwerge also in diesem Haus gelebt (Indiz sechs). (tty)  

Das Thema

Es ist ein wahrlich märchenhafter PR-Gag, den sich in Gieselwerder die Freunde des Schneewittchens ausgedacht haben,  Mit einem Sensationsfund wollen sie der Öffentlichkeit beweisen, daß die Grimmschen Märchenfiguren tatsächlich im Weserort gelebt haben. Und nicht etwa in Alffeld und Bad Wildungen, deren Einwohner ebenfalls behaupten, ihre Orte seien einst Schneewittchens Heimat gewesen.

 

Augenblick mal

Hauptsache klappern

Thomas Thiele über neue Marketing-Ideen.

Ideen sind gefragt. Neue Ideen, die für Aufsehen und Bewegung sorgen. Wenn sie dann auch noch märchenhaft ausfallen, kann das nicht schaden.

Die Nachrichten die jetzt aus Gieselwerder kommen demonstrieren zweierlei: Die Lust am Fabulieren und den Blick für die Realität, daß nämlich klappern zum Handwerk gehört. Die Initiatoren des Weberei-Museums haben schon früh damit angefangen und eine Welle der Euphorie und Unterstützung ausgelöst. Auch in anderen Orten sind touristische Initiativen, die zugleich eine Reise i die eigene Geschichte erlauben, gut angelaufen.

Nun ist es wichtig, daß die Flamme am Leben bleibt – und wenn möglich nicht nur weitere Ideen und Helfer mobilisiert, sondern sich auch auf andere Bereiche in unserer Region ausdehnt, die ebenfalls Anfeuerung gebrauchen können, Wirtschaft und Bevölkerungswachstum eingeschlossen. Ein Versuch, und sollte er auch mißlingen, ist besser als gar keine Initiative. Deshalb: Nur Mut.


HNA Hofgeismar, 30. Juli 2009 und Sollinger Allgemeine 31. Juli 2009 

Mehr und mehr Museumsdorf

Neue Wandteppiche von Ursula Kircher zieren Haus des Gastes und Gemeindehaus 

Gieselwerder. Im evangelischen Gemeindehaus und im Haus des Gastes verschönern seit ein paar Tagen Wandteppiche der Weberin Ursula Kircher die Wände. Tochter Nora Kircher und ihr Mann Timur B. haben diese Werke als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt. Die Ausstellungen sind Vorboten auf das Weberei-Museum, das das Ehepaar Kircher im 2010 eröffnen wird.

Nora Kircher verbrachte ihre Kindheit zum großen Teil in der Webstube ihrer Mutter.

Alle ihre Werke habe ihre Mutter ohne Vorlagen, sondern aus dem Kopf heraus geschaffen.

Bürgermeister Rüdiger Henne sagte, dass sich Gieselwerder mehr und mehr zum Museumsdorf entwickelt. Er erwähnte unter anderem Webereimuseum, Schiffermuseum und Mühlenplatz. (zhb)
Foto und Text: Wolfgang Herbold


Herbstwald: Diesen Wandteppich mit den Maßen 2,80 Meter mal zwei Meter hat Ursula Kircher 1975 geschaffen. Im Bild Ihre Tochter Nora (von links), Mirela Sevenich-Walter, Pfarrer Lars Hillebold und Timur B. Kircher.


HNA Hofgeismar, 17.07.09

Schätze aus bunten Fäden


Kunst aus Fäden: Ursula Kircher am Webstuhl. Arbeiten aus dem Nachlass der Weberin werden am Mittwoch in Gieselwerder gezeigt. (Foto: Nora Kircher)

Wandteppiche der Bildweberin Ursula Kircher

Gieselwerder. Ein besonderes kulturelles Highlight erwartet Daheimgebliebene und Besucher am 22.Juli 2009 in Gieselwerder. Das neu entstehende Weberei-Museum Kircher präsentiert seine erste Sommer-Ausstellung: Die Wandbehänge und Bildteppiche der Marburger Bildweberin Ursula Kircher.

Die Ausstellung wird an zwei verschiedenen Orten präsentiert:
um 15 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus im Rahmen des Seniorennachmittags der Evangelischen Kirchengemeinde und um 19 Uhr im Haus des Gastes.
In beiden Veranstaltungen wird der ehrenamtliche Leiter des Weberei-Museums Timur B. Kircher aus der Geschichte der Wandteppiche berichten. Mirella Sevenich-Walter liest literarische Kostbarkeiten zum Thema Wandteppiche.
Danach erzählt Nora Kircher, die Tochter der Künstlerin, aus der Webstube von Ursula Kircher.

Ein weiterer Wandteppich „Die vier Jahreszeiten“ wird dann im Herbst, nach Abschluß der Renovierungsarbeiten, die Evangelische Christus-Kirche schmücken. Im Frühjahr 2010 werden auch im Weberei-Museum Kircher Wandbehänge und –teppiche ausgestellt. Weitere Ausstellungsplätze in Gieselwerder können folgen. So wird nach und nach ein ganzes Dorf zum Ausstellungsort für diese wunderbaren Kunstschätze. Und wer den Weg nicht scheut, kann in der Winterkirche im benachbarten Lippoldsberg sieben weitere Wandbehänge von Ursula Kircher bewundern. Diese wurden vor fünf Jahren als Dauerleihgabe des Weberei-Museums Kircher der Evangelischen Pfarrgemeinde Lippoldsberg zur Verfügung gestellt. (eg)


HNA Hofgeismar, 11.12.2008, Thomas Thiele 

Wettlauf um die Weberei
Zeit drängt für die Unterstützung des Museumsprojektes – Spenden aus dem Ausland

Lippoldsberg. Das geplante Weberei-Museum (....) stößt auf international auf immer größeres Interesse. Weberei-Fans und Stoffsammler haben unter anderem Ausstellungsstücke aus den USA und aus Guatemala übergeben oder zur Eröffnung zugesagt.

Auch in der Region erzeugt das Museumsprojekt mit angeschlossener Handarbeitsschule eine immer größere Resonanz. Allerdings drängt die Zeit, damit das Museum noch im nächsten Jahr teilweise eröffnet werden kann.

Ein erstaunliches Geschenk erhielten die Museumsinitiatoren Nora und Timur B. Kircher beispielsweise bei ihrer jüngsten USA-Reise. In der Stadt Golden in Colorado übergaben ihnen Janelle und Saul Rogols insgesamt 9 historische Kircher-Webrahmen und Tischwebstühle, die sie den Kirchers ursprünglich für 500 Dollar verkaufen wollen. Als sie dann aber von der Museumsidee erfuhren, waren sie so begeistert, daß sie der in Lippoldsberg wohnenden Enkelin der Firmengrüner und ihrem Mann die Stühle schenkten.

Containerweise exportiert

Die 1958 in Marburg produzierten Tischwebstühle sind in Deutschland extrem selten, weil sich damals hierzulande niemand diese bessere Ausführung leisten konnte. Nach Amerika, wo Weben und Spinnen bis heute eine sehr hohe Bedeutung hat, lieferte die bekannt Firma gleich containerweise Handwebrahmen, Tischwebstühle und große Webstuhle.

Ein beruflich in Guatemala tätiger Geschäftsmann will dem Museum eine große Sammlung mit Stoffen aus dem mittelamerikanische Land schenken, zudem will der Botschafter des Landes zur Eröffnung kommen. (.....) „Das Projekt zieht immer größere Kreise“, berichtet Timur B. Kircher. (...............) 

Geschenke fürs neue Museum. Janelle und Saul Rogols aus Golden/USA übergaben Timur B. Kircher (rechts) Original Tischwebstühle der Firma Kircher, die in den 50er Jahren einen großen Exporterfolg in die USA hatte. Nun kehren sie samt Originalverpackung nach Deutschland zurück und sollen ins geplante Webereimuseum.

Foto: Nora Kircher


Hintergrund

Wissen zum Weitergeben

Das von der Großfamilie geplante Webereimuseum baut auf dem Archiv der 1924 gegründeten Firma Walter Kircher Handwebgeräte und die berühmten Webkunstwerke der 2002 verstorbenen Ursula Kircher auf. In dem Ausstellungs- und Erlebniszentrum für Textilgeschichte sollen neben der Firmen- und Handwerksgeschichte auch Tuche und Stoffe aus aller Welt gezeigt werden, ergänzt durch Begleitveranstaltungen (............) und eine 3000 Bände umfassende Fachbibliothek,. Geplant sind auch eine Handarbeitsschule für Kinder und Kurse für Erwachsene.


HNA Uslar, 24.6.2008, Thomas Thiele 

Neugier auf Museum für bunte Stoffe
Göttinger Stoffexpertinnen informieren sich über Pläne für eine Weberei-Ausstellung

Lippoldsberg. Die Pläne der Lippoldsberger Eheleute Kircher ein Weberei Museum einzurichten, ziehen Kreise. Jetzt besuchte eine Weberinnengruppe aus Göttingen, zu der auch Kersti Grimm aus Lippoldsberg gehört, den Weberort und informierte sich über die Stoffe, die den Grundstock des Museums bilden sollen.

Die Frauen, die die Handweberei Rosenwinkel im Gut Besenhausen (Behindertenarbeit) mitbegründeten, waren von der Vielfalt und Qualität begeistert.

In der Winterkirche besichtigten sie die Ausstellung mit Wandbehängen und Teppichen der bekannten Weberin Ursula Kircher.

Ihre Tochter Nora Kircher und Timur B. Kircher zeigten dann eine Vielzahl von Stoffen aus dem Bestand. Nach der Hälfte der Stücke unterbrachen die Besucher die Besichtigung, weil sie von der Vielzahl der Stoffe aus Asien, Afrika, Europa und Amerika überwältigt waren. Sie wollen das Museumsprojekt , in das das Firmenarchiv der weltweit berühmten Handwebrahmenfirma Kircher einfließen soll, unterstützen, wie sie sagten. Unter anderem mit Kursangeboten.

Inzwischen gibt es, wie Timur Kircher berichtete auch ein Angebot für zwei große Webstühle für das Museum. Inzwischen werden auch die Finanzierungspläne für das rein private Projekt vorbereitet. Auch verschiedene Behörden und der Denkmalschutzbegrüßen das Vorhaben. (......)

 

 

 

Beeindruckte Gäste: Nora Kircher (rechts) zeigt Stoffe aus Guatemala, den sie von einer Reise mitgebracht hat.

Foto: Wolfgang Herbold

 

 


HNA Hofgeismar, 15.4.2008, Thomas Thiele 

Schätze aus bunten Fäden
Ehepaar Kircher plant Webereimuseum im alten Eisenhammer – Nach Bauhofauszug

Lippoldsberg. Das Thema berührt jeden. Seit die Menschen in der Steinzeit aus den Raubtierfellen herauswuchsen, umgeben sie sich mit gewebter Kleidung. Welche Vielfalt sich in den  Jahrhunderten daraus entwickelte und wie vor allem Menschen damit früher ihren Lebensunterhalt verdienten, soll Thema des Webereimuseums sein, das Nora und Timur Kircher eröffnen wollen.  (..........)

Hinter der Idee steckt Nora Kircher, deren Großvater 1924 eine Webgerätefirma gründete, die in ihrem Gebiet zum weltweit Marktführer wurde und die heute, in verkleinerter Form, Handwebgeräte, z.B. für Hobbyweber, Schule, Kindergärten, und Rehaeinrichtungen fertigte.

Das umfangreiche Firmenarchiv soll nun Teil eines neuen Museums werden, das Kircher mit einer eigens gegründeten Firma eingereicht wollen, um damit die Entwicklung der Stoffherstellung der Stoffherstellung zu dokumentieren.

Eine Kooperation mit der Gartetal-Spinnerei und der Weberei Rosenwinkel, zusätzliche Attraktion wie Workshops und Seminare, Handarbeitsschule zu einem Aktivmuseum zu einem Erlebniszentrum machen. (.....)

Hintergrund
Ältestes Handwerk

Das Weben von Stoffen gehört mit den Töpfern zu den ältesten Handwerkstechniken der Menschen. Schon in der Jungsteinzeit wurde gewebt. In Lippoldsberg konnten vor 2000 Jahren 56 Handwerker hauptberuflich vom Tuch- und Leineweben sowie Spinnen leben. Die Konkurrenz durch automatische Webstühle sowie amerikanische Baumwollimporte ließ die Zahl 1881 auf 18 sinken.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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