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Schneewittchen

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Wußten Sie eigentlich wo das

Schneewittchen und die

7 Zwerge gelebt haben ?

 

Muß das Märchen von „Schneewittchen und den sieben Zwergen“ neu geschrieben werden? 

Überraschende Funde im Weberei-Museum Kircher in Gieselwerder 

Seit den Tagen, als Heinrich Schliemann Troja entdeckte, haben so genannte „Laien-Forscher“ immer wieder bewiesen, daß mit viel Spürsinn und Phantasie überraschende Entdeckungen gemacht werden können. Märchen sind nicht nur einfach Kinderunterhaltung, sondern das kollektive Gedächtnis der Menschen einer Region oder eines Landes. Der englische Schriftsteller Stan Hughes Auden formuliert das so:

Volksmärchen haben unter vorgefaßten Meinungen zu leiden gehabt. Sie gelten gewöhnlich entweder als Unterhaltung für Kinder oder als Forschungsgebiet für gelehrte Volkskundler und Studenten der vergleichenden Religionswissenschaft. Kinder haben gewiß ihr Vergnügen daran, doch das ist kein Grund, weshalb Erwachsene, für die sie ursprünglich bestimmt waren, sie als kindisch betrachten müßten.“

Und Wilhelm Grimm schreibt dazu:

„Gemeinsam allen Märchen sind die Überreste eines in die älteste Zeit hineinreichenden Glaubens, der sich in bildlicher Auffassung übersinnlicher Dinge ausspricht. Dies Mythische gleicht kleinen Stückchen eines zersprungenen Edelsteins, die auf dem von Gras und Blumen überwachsenen Boden zerstreut liegen und nur von dem schärfer blickenden Auge entdeckt werden. Die Bedeutung davon ist längst verloren, aber sie wird noch empfunden und gibt dem Märchen seinen Gehalt, während es zugleich die natürliche Lust an dem Wunderbaren befriedigt; niemals sind sie bloßes Farbenspiel gehaltloser Phantasie. Das Mythische dehnt sich aus, je weiter wir zurückgehen, ja es scheint den einzigen Inhalt der ältesten Dichtung ausgemacht zu haben.“

Als Hans Traxler 1963 das „Hexenhaus“ im Spessart entdeckte und dann „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ veröffentlichte, war das Ansporn für viele Kolleg/inn/en weiter zu forschen. 1990 gelang es dem Lippoldsberger Literaturarchäologen und Mythosophen Bertram Kircher und seiner Frau, die Herkunft des Märchens von den Bremer Stadtmusikanten zu entschlüsseln. Die Gründung der Deutschen Märchenstraße e.V. verstärkte das Interesse an den Märchen der Brüder Grimm und fast jede Gemeinde an dieser „Märchenstraße“ wählte eine tradierte oder gewünschte Symbolfigur für ihren Ort. Gieselwerder an der Oberweser entschied  sich für die beliebteste deutsche Märchengestalt „Schneewittchen“, ohne dabei zu ahnen welche glückliche Wahl das war. Der Heimat- und Verkehrsverein ernannte zuerst Antje Arnold zum lebendigen Schneewittchen und heute verkörpert Mirela Sevenich-Walter in unnachahmlicher Weise mit ihren sieben kleinen Zwergenbegleitern die beliebte Märchengestalt und vertritt Gieselwerder erfolgreich auf vielen Veranstaltungen, Messen und Events.

Als am 11.8.2009 freiwillige Helfer im „Haus Kleiner Schneider“ in Gieselwerder, dem zukünftigen Standort des Weberei-Museums Kircher, bei Aufräumungsarbeiten an der Innenwand der Diele ein schadhaftes gemauertes Fachwerk-Gefach entdeckten, klopften sie die losen Steinen heraus um das Fach neu auszumauern. Dahinter entdeckten sie dann plötzlich eine alte Lehmwand , in der sich merkwürdige Dinge abzeichneten. Der sofort herbei geeilte Literaturarchäologe Bertram Kircher begutachtete die Fundstelle und was er dann entdeckte verschlug im geradezu den Atem. Unter der wachsamen Aufsicht des ebenfalls sofort herbei gerufenen Notars Heinrich A. Dilcher aus Hofgeismar, wurden nach und nach sieben uralte Zipfelmützen und Scherben von zerbrochenen Tellerchen freigelegt. Das war der unwiderlegbare Beweis: hier standen die staunenden Helfer und Fachleute in dem Haus, in dem Schneewittchen und die sieben Zwerge gewohnt und gelebt haben.


Foto: Thomas Thiele

Herr Dilcher und Herr Kircher sicherten die Fundstelle ab und veranlaßten umgehend eine dendrochronologische Untersuchung der Schweißringe an den Zipfelmützen, um das Alter festzustellen. Die ausgegrabenen Tellerscherben, wurden dem fachkundigen Keramiker Hans U. Geß aus Helmarshausen zur Altersbestimmung übergeben.

Roland Henne, der Altbürgermeister von Gieselwerder und Vorsitzende der Geschichtswerkstatt, bestätigte in einer ersten schriftlichen Stellungnahme, daß es etwa 2 km von der Ortsmitte auf der Höhe des Reinhardswaldes am Oberhang des St. Georgengrundes ein Eisenbergwerk gegeben habe. Reste der Abbaustollen etc. sind noch klar zu erkennen. Also noch ein weiterer Beweis: dort haben die sieben Zwerge als Bergleute gearbeitet. Und zur damaligen Zeit wurden diese Bergarbeiter auch „Steinschneider“ genannt, so daß das Museumsgebäude ursprünglich „Haus der kleinen Steinschneider“ hieß. Dieser Name hat sich lange erhalten erhalten, bis dann im letzten Jahrhundert drei Generationen Schneider in diesem Hause lebten, und sich damit der Name in „Haus Kleiner Schneider“ umwandelte.

Daß „über den Bergen“ ein Schloß steht ( u.a. z.B. die Sababurg) ist ja wohl unbestritten. Aber man sollte vielleicht auch darüber nachdenken, daß in der Zeit, da die Brüder Grimm ihre Märchen sammelten und sie oft durch den Reinhardswald zu ihrem Freund Haxthausen auf dem Bökerhof bei Brakel wanderten, in Kassel auf der „Napoleonshöhe“ der König „Lustik“ Jerome residierte. Unweit davon in Kassel gibt es auch noch die Insel Siebenbergen – alles Zufall? Derartige eventuelle Zusammenhänge bleiben weiteren Forschungen vorbehalten.

Weiterhin ist das gesamte Wesertal eine berühmte Apfelanbaugegend und auf der gegenüberliegenden Seite ist das Dorf Polier, früher aufgrund seiner speziellen Sandstruktur, der berühmteste Ort für die Spiegelproduktion. Es kann jetzt kaum noch Zweifel geben, daß auch die böse Stiefkönigin dort ihren Zauberspiegel erworben hat. Am Schluß des Märchens wird sie, die das arme Schneewittchen vergiften wollte, hart bestraft. Sie muß auf Schneewittchens Hochzeit so lange in glühenden Eisenschuhen tanzen, bis sie tot umfällt. Diese Eisenschuhe wurden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Eisenhammer im benachbarten Lippoldsberg hergestellt.

Es läßt sich unschwer festhalten, an keinem Ort Deutschlands, gibt es eine derartige Fülle an Beweisen, daß dort tatsächlich Schneewittchen und die sieben Zwerge gelebt haben. Professor Hans-Jörg Uther, der langjährige Märchenforscher und Leiter der Märchenenzyklopädie an der Universität Göttingen, meinte dazu in einem Telefongespräch mit Bertram Kircher:

Das ist eine wunderbare Geschichte. Sie geben damit dem Schneewittchen eine neue Heimat!“

Dieser fachmännischen Stellungnahme ist nichts hinzuzufügen.

Am 13. September 2009, dem Tag des offenen Denkmals, werden der Landrat des Landkreises Kassel Uwe Schmidt, der Bürgermeister der Gemeinde Oberweser Rüdiger Henne, die Ortsvorstehende von Gieselwerder Hildegard Gunkel-Becker, die Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Gieselwerder Erika Schweinberger und die Leiter des Weberei-Museums Nora und Timur B. Kircher die Fundstelle in einer Feierstunde der Öffentlichkeit zugänglich machen. Anschließend  gibt es dann rund um das Museum ein fröhliches Fest mit dem lebendigen Schneewittchen und seinen sieben Zwergen, bei Kaffee, Apfelsaft und Schneewittchenkuchen. Und die Helmarshausener Töpferei H. U. Geß wird das neu geschaffene Zwergengeschirr vorstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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